Unterwegs – vom Pazifik zu den Anden

Peru - Mittagessen am Pazifik (mit Hund)
Peru – Mittagessen am Pazifik (mit Hund)

Reisen bedeutet ja nicht nur ankommen, sondern auch viel unterwegs sein. Und das war ich diese Südamerika Urlaub mehr als genug. Dabei waren alle  möglichen Verkehrsmitteln behilflich. Vom großen und kleinem Flugzeug,  vom Jeep, Bus und Taxi über Eisenbahn bis zum Fahrrad und zu Fuss war eigentlich alles dabei. Es fehlte eigentlich nur noch ein Pferd :-). Heute möchte ich ein wenig über die lange Busfahrt von der Pazifikküste in Nazca bis nach Arequipa in den Anden berichten.

Zunächst ging es immer entlang des Pazifiks  auf der Panamericana. Rechts der Pazifik und links die beeindruckende Steilküste, die ab und zu von grünen Tälern durchschnitten wurde. Ansonsten gibt es kaum Bäume oder anderes Grün. Die Wälder haben sich durch menschliches Zutun in den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten mehr und mehr zurückgebildet. Zurück geblieben ist ein wüstenartiger Küstenstreifen, der sich über mehr als 3.000 Kilometer hinzieht.

Peru - Pazifikküste
Peru – Pazifikküste
Peru - Pazifikküste
Peru – Pazifikküste

Besonders beeindruckend war ein Halt an einer Fernfahrerkirche „A las Calaberitas“. Dort beten die Fahrer für eine gesunde Ankunft. Doch auch der Verstorbenen wird gedacht. Ihr Andenken wird mit kleinen Fotos und persönlichen Utensilien gewürdigt. So legen Familie und Freunde auch die Lieblingsspeisen und Lieblingsgetränke des Verstorbenen zu dem Bild. Für Raucher gibt es natürlich eine Zigarette.

Fernfahrerkirche
Fernfahrerkirche A las Calaberitas
Fernfahrerkirche
Fernfahrerkirche A las Calaberitas
Straßenkirche Las Calaberitas
Straßenkirche Las Calaberitas – Gaben für die Verstorbenen
Straßenkirche Las Calaberitas
Straßenkirche Las Calaberitas

Auffällig ist, dass fast alle Autos in Peru und später auch in Bolivien die Nummern ihrer Nummernschilder rund um das Fahrzeug mit Farbe angebracht haben. Mich wunderte das sehr. Was mochte der Sinn sein? Auf meine Frage wurde mir erklärt, dass das Diebstahlschutz sei. Wenn alle Blech- oder anderen Großteile mit Ziffern markiert sind, kann kein Dieb sie verwerten bzw. nur sehr aufwändig umgestalten. Darauf muß man erst einmal kommen!

Peru - Lastkraftwagen mit Extrabeschriftung
Peru – Lastkraftwagen mit Extrabeschriftung

Und dann fällt mir noch auf, dass überall Leute stehen, die Benzin aus Kanistern verkaufen. Das sollen die Lastkraftwagen abzweigen und für eigene kleine Geschäfte nutzen. Die Polizei scheint sich für diese Art von Geschäften nicht allzu sehr zu interessieren. Uns wird gesagt, dass Polizisten so wenig verdienen würden, dass sie selber auf kleine Zusatzverdienste angewiesen seien. Das bedeutet, dass sie in der Vorweihnachtszeit verstärkt kontrollieren und nahezu bei jedem Wagen eine Kleinigkeit finden, aus der sich Geld und ein Zusatzverdienst realisieren lässt. Ähnliches habe ich allerdings auch schon mal von den kanarischen Inseln gehört. Ob das stimmt, vermag ich nicht zu sagen.

Bei dem Ort Camana unterbrechen wir die Fahrt , um an einem schönen Strand zu picknicken. Es ist Zeit für Spaziergänge und wer das kalte Pazifikwasser mag, darf natürlich auch baden. Ich schaue mir die vielen Krabben an, die es hier am Strand geradezu in Massen gibt.

Krabbe
Krabbe
Peru - Pazifikküste
Peru – Pazifikküste

 

 

 

 

 

Krabbe
Krabbe
Peru - Pazifikküste
Peru – Pazifikküste

Camana ist ein Urlaubsressort, der hauptsächlich von den Bewohner aus Arequipa in den Sommermonaten frequentiert wird. Jetzt Anfang November, wo gerade Frühling in Südamerika ist, hat lediglich ein Restaurant geöffnet. Unser Guide erzählt uns, dass hier bald  reger Trubel herrschen wird. Wir sehen, dass überall gebaut wird. Wer ein Lokal anmieten möchte, um in der Saison gut Geld zu verdienen, der muss das gesamte Interieur samt Toilette und Waschbecken selber mitbringen. Vor dem Verdienen ist also zunächst einmal eine ordentliche Investition nötig, die sich wahrscheinlich nicht jeder so einfach leisten kann.

Peru Camana - im Moment noch das einzige Strandrestaurant
Peru Camana – im Moment noch das einzige Strandrestaurant

Doch ein wenig Unterhaltung gibt es dann doch noch. Ein Motorrad (in Thailand hieße es Tuk-Tuk) fährt mit angeschalteten Lautsprechern vor und verleitet einige Touristen zu einem kleinen Tänzchen auf der Promenade.

Peru - Mobile Disko
Peru – Mobile Disko
Peru - Tänzchen auf der Straßenpromenade
Peru – Tänzchen auf der Straßenpromenade

Und dann heißt es Abschied nehmen von der Pazifikküste. Wir waren nun Richtung Osten ins Landesinnere Richtung Arequipa. In weiten Serpentinen geht es langsam hoch in die Berge hinauf. In der Ferne sehen wir bereits die ersten Spitzen der Vulkane von Arequipa : den Chachani, den Misti und den Pichu Pichu.

Peru - in der Ferne erste schneebedeckte Andengipfel
Peru – in der Ferne erste schneebedeckte Andengipfel
Peru - unterwegs am Straßenrand
Peru – unterwegs am Straßenrand
Peru - unterwegs am Straßenrand
Peru – unterwegs am Straßenrand

 

 

 

Peru - unterwegs am Straßenrand
Peru – unterwegs am Straßenrand

Arequipa liegt auf 2.335 Höhenmetern. Nach Ankunft am Abend erwartet uns die erste Übernachtung in der Höhe. Doch wir werden noch viel höher und dichter an die schneebedeckten Gletscher der Anden herankommen. Doch zunächst ist Nachtruhe oder für den, der es mag, ausgiebiges Nachtleben in den zahlreichen Bars von Arequipa angesagt.

Hier geht es bald weiter mit einem Bericht über die schöne weiße Stadt Arequipa. Ich wünsche Euch einen schönen Tag. Und wer die Fotos nicht gut genug sehen kann, bitte bei FlickR schauen.

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anna-Lena sagt:

    Immer wieder interessant, wie sich die Sitten und Gebräuche von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent, unterschieden.

    Liebe Grüße in die neue Woche,
    Anna-Lena

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  2. Dagmar sagt:

    Das finde ich auch gerade das Interessante am Reisen. Auch Dir einen guten Wochenstart, Dagmar

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  3. monisertel sagt:

    Liebe Dagmar,
    wieder weißt Du spannendes von Land und Leuten zu berichten. Die Sache mit den aufgemalten Nummernschildern ist wirklich toll gelöst!
    Mein Favorit ist natürlich das Essen am Strand, einfach herrlich!
    Hab eine feine 2.Adventswoche,
    herzlichst moni

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    1. Dagmar sagt:

      Liebe Moni, danke fürs Vorbeischauen. Stimmt, das Picknick am Strand war herrlich. Auch Dir einen guten Wochenstart, Dagmar

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  4. Pit sagt:

    Hallo Dagmar,
    auch wenn ich damit, wie wir hier so sagen, eine „copy cat“ bin, so moechte ich doch Dein Kompliment wiederholen, dass Du auf meinem Blog hinterlassen hast: danke fuer die interessanten Artikel, die mir Laender nahebringen, die ich nicht kenne – und vielleicht auch nicht kennenlernen werde.
    Hab’s fein,
    Pit

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  5. vivilacht sagt:

    ich lerne hier einiges Neues an Braueche und Sitten. eine Krabbe haette ich nicht angelangt, auch nicht fuer ein schoenes Bild. Hast du diese Hoehe vertragen? ich kann es schon seit Jahren nicht mehr. Da muss dann mein Mann immer alleine gehen und mit jemanden anderen.
    Vielen Danke fuer diese interessante Reise, die ich mit dir hier in Ruhe mitmachen kann.

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    1. Dagmar sagt:

      Liebe Vivi, das freut mich, wenn es Dir gefällt. Zur Höhe werde ich noch schreiben, wenn es soweit sein wird. Erst war es schwer und dann gewöhnte ich mich daran. Liebe Grüße, Dagmar

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