Arequipa – weiße Stadt in den Anden

Peru Arequipa - Plaza de Armas
Peru Arequipa – Plaza de Armas mit Kathedrale

Arequipa liegt auf 2.335 Meter Höhe in den Anden vor einem grandiosen Panorama von Vulkanen. Die Küste des Pazifik liegt nur 75 km Luftlinie entfernt und beschert der Stadt das ganze Jahr über ein mildes und sonniges Klima. Das Gebiet um Arequipa wird häufig von heftigen Erdbeben heimgesucht und im Laufe der Geschichte wurden immer wieder große Teile der Stadt durch Erdbeben zerstört. 2001 erschütterte ein schweres Erdbeben  die Region, dem auch der eine Turm der Kathedrale zum Opfer fiel.

Arequipa - Plaza de Armas
Arequipa – Plaza de Armas
Ehemaliges Kloster in Arequipa
Arequipa – Plaza San Francisco
Arequipa - weiße Häuser, helle Gassen
Arequipa – weiße Häuser, helle Gassen

Arequipa wird auch die ‚Weiße Stadt‘ genannt. Dafür gibt es unterschiedliche Erklärungen. Einige meinen der Name komme daher, weil die Häuser im Zentrum rund um den Plaza de Armas aus Sillar, einem weißen Vulkangestein, gebaut sind. Andere meinen, dass der Name sich gerade nicht auf das weiße Sillargestein vulkanischen Ursprungs beziehe. Sie vertreten die Ansicht, dass sich das „weiß“ eher auf die hellere Hautfarbe der einstmals im Stadtzentrum lebenden spanischstämmigen Bewohner beziehe, die es den Einheimischen verboten, in der Innenstadt zu leben. Auch wird erzählt, dass sich der Name der Stadt  sich  von dem Quechua-Ausspruch „are quepay“ (hier bleibe ich) ableiten würde. Das soll der Inka Mayta Cápac bei seiner Ankunft im Tal des Rio Chili gesagt haben. Woher der Name tatsächlich kommt, weiß wohl niemand so ganz genau. Doch fest steht, dass Arequipa eine wunderschöne “ weiß wirkende“ Stadt mit vielen alten historischen Gebäuden ist.

Eisverkäuferin
Eisverkäuferin
Bunte Trachten in Arequipa
Bunte Trachten in Arequipa

Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung stammen bereits aus einer Zeit bis zu 8000 Jahre vor Christus. Im 13. Jahrhundert brachten die Inkas die Gegend um Arequipa unter ihren Einfluss. Im 16. Jahrhundert kamen dann die spanischen Konquistadoren. 1540  erhielt Arequipa vom spanischen König Carlos V. die Stadtrechte. Arequipa ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region Arequipa und stellt das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des südlichen Perus dar. Heute geht die Stadt  auf 1 Millionen Einwohner zu und täglich werden es mehr. Arequipa wächst und dehnt sich in allen möglichen Richtungen aus. Die UNESCO erklärte 2000 das Stadtzentrum von Arequipa zum Weltkulturerbe.

Arequipa - Kirche
Arequipa – von den Jesuiten erbaute Kirche
Blick in den Hotelgarten - Arequipa
Blick in den Hotelgarten – Arequipa

Rund um den Plaza de Armas liegen wunderschöne alte Gebäude, wie die Kathedrale. Die Kathedrale nimmt die gesamte Seite der Plaza de Armas ein und dominiert damit den gesamten Platz. Sie wurde im 17. Jahrhundert gebaut und im Laufe der Zeit häufig durch Erdbeben oder einmal auch durch einen Brand zerstört und wieder aufgebaut. Das sieht man heute noch gut dem einen Glockenturm an, der nicht so ganz wirklich zu dem anderen Glockenturm passen will.  Die Kathedrale von Arequipa ist eine der weniger als 100 Kirchen weltweit, denen es erlaubt ist, die Flagge des Vatikan zu hissen. Sehenswert auch die Iglesia de la Compañía, die  am unteren Ende der Plaza de Armas liegt und die von Jesuiten erbaut wurde. Wer Zeit hat, der wird viele interessante historische Gebäude und Museen in Arequipa entdecken. Wahrscheinlich bräuchte man einige Wochen, um wirklich alles genau gesehen zu haben.

Arequipa
Arequipa
Plaza de Armas - Menschen und Tauben
Plaza de Armas – Menschen und Tauben

Im Museo Santuarios Andinos ist die gut erhaltene Mumie einen jungen Frau, der man den Namen Juanita gegeben hat, ausgestellt. Sie soll einer der wichtigsten archäologischen Funde Südamerikas der letzten Jahrzehnte sein. Im September 1995 wurde die Leiche des jungen Mädchens aus der Inkazeit von Mitgliedern der von dem amerikanischen Archäologen Johan Reinhard geführten Expedition am Gipfel des Ampato Vulkans gefunden. Die Mumie ist mit all ihrer Kleidung in einer gläsernen Vitrine tiefgekühlt zu besichtigen.  Zu der Zeit als die Inka (so wurde nur der Herrscher bezeichnet) über ihr Volk herrschten, wurden den Göttern Menschenopfer gebracht. Die ausgesuchten Kinder und Jugendlichen mussten aus den Ebenen mit dem Priester über eine Jahr sehr beschwerlich auf die Gipfel der Vulkane wandern, wo sie letztlich geopfert wurden.

Arequipa Markt - Dachkonstruktion von Eifel
Arequipa Markt – Dachkonstruktion von Eifel
Arequipa - Markt
Arequipa – Markt

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Arequipa Markt - Lama Embryo
Arequipa Markt – Lama Embryo
Arequipa - frische Fische auf dem Markt
Arequipa – frische Fische auf dem Markt

Auch sehenswert ist der älteste Markt von Arequipa mit seiner Dachkonstruktion von Gustave Eifel. Auf dem San Camilo Markt findet man zunächst alles, was normalerweise auf einem Frischmarkt zu finden ist. Unzählige Früchte, Fleisch, Fisch und viele andere Lebensmittel. Auch lebende Tiere, wie die Nationalspeise „Meerschweinchen“ fehlen nicht. Doch besonders ist die Kräuterabteilung, die dem Hexenmarkt von La Paz angenähert ist. Es gibt unzählige Heilkräuter,  Froschsaft, Lama Embryos und alle möglichen weiteren Kuriositäten, die Flüche abwenden und dem Besitzer Glück, Gesundheit und Potenz verschaffen sollen. Ich habe mich da eher an den frisch gepressten Fruchtsaft gehalten.

Arequipa - Santa Catalina Kloster
Arequipa – Santa Catalina Kloster
Arequipa - Santa Catalina Kloster
Arequipa – Santa Catalina Kloster
Arequipa - Santa Catalina Kloster
Arequipa – Santa Catalina Kloster
Arequipa - Santa Catalina Kloster
Arequipa – Santa Catalina Kloster

 

 

 

 

Arequipa - Santa Catalina Kloster
Arequipa – Santa Catalina Kloster
Santa Catalina - Küche
Santa Catalina – Küche
Santa Catalina
Santa Catalina

Gegend Abend lohnt sich ein Besuch im kolonialen Kloster Santa Catalina. Hier haben einst Nonnen aus gutgestellten Familien fast hochherrschaftlich in eigenen Gebäuden residiert. Es wurde im 16. Jahrhundert gebaut, damit reiche Familien  ihre zweite Tochter für „Gott“ in das Kloster geben konnten. Für das Kloster Santa Catalina wurden 20.426 m²  der Stadt ummauert, so dass eine autarke Siedlung entstand. Bis zu 150 Nonnen sollen hier zusammen mit ihren Bediensteten in strenger Klausur und nach anderen Berichten auch recht leger gelebt haben. Erst 1970 wurde das Kloster auf Initiative der verbliebenen Nonnen renoviert der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein großer Klosterkomplex, über den es noch unendlich mehr  zu erzählen gäbe. Wunderschön die roten Farben der Klostermauern bei Sonnenuntergang. Und wer rechtzeitig auf der großen Dachterrasse ist, erlebt das gesamte Panorama der Stadt mit den umliegenden Vulkanen, von denen der Misti noch aktiv ist,  bei Sonnenuntergang.

Im nächsten Bericht geht es weiter in die Höhe. Ein Besuch des bekannten Colcatales, um den Condor beim morgendlichen Flug zuzuschauen.

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10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anna-Lena sagt:

    Danke, für den interessanten Bericht, liebe Dagmar. Die Stadt scheint wirklich sehenswert mit all ihren Bauten und der Geschichte dahinter zu sein.
    Die Jesuitenkirche und auch das Kloster scheinen ja nicht gerade arm-selig, sondern eher auf gute betuchte Erbauer hinzudeuten. Ich nehme an, das Kloster wird auch gar nicht mehr als Kloster genutzt, oder?

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

    Gefällt 2 Personen

  2. Dagmar sagt:

    Danke fürs Vorbeischauen Anna-Lena. Doch, wie man uns sagte, wird das Kloster tatsächlich noch als Kloster genutzt. Allerdings wohnen die Nonnen heute nicht mehr in den alten Räumen, sondern in einem neu entstandenem Wohngebäude. Liebe Grüße und einen schönen Dienstag, Dagmar

    Gefällt 1 Person

  3. gsharald sagt:

    Hallo Dagmar,

    danke, dass Du so viel über Land- und Leute berichtest. So bekommt man einen ungefähren Eindruck. Wo hast Du die ganzen Informationen her. Vor Ort gut aufgepasst oder vor-/nachgelesen?

    Dass in Peru Meerschweinchen gegessen werden, weiß ich. Was macht man aber mit einem Lama-Embryo??

    Mir gefallen die farbenprächtige Kleidung.

    Liebe Grüße
    Harald

    Gefällt 2 Personen

  4. Dagmar sagt:

    Hallo Harald, meine Infos habe ich aus meinem Reiseführer, dem Internet und natürlich haben unser Hauptguide und auch die örtlichen Reiseführer sehr viel erzählt. Weil es so viele Eindrücke und Infos in kurzer Zeit waren, habe ich mir sehr viele Notizen gemacht. Zum Glück, denn ansonsten hätte ich bestimmt noch mehr vergessen :-). Das Lama-Embryo ist nicht zum Essen. Ich schreibe beim nächsten Bericht ein wenig darüber, dass Lama und Alpacafleisch gerne Peru und Bolivien gegessen wird. Die Lama Föten sind als Opfergaben an die pachamama (Mutter Erde) gedacht. Sie werden dort angezündet, wo sie etwas „bringen“ sollen. Vielleicht magst Du mehr hier nachlesen. Das betrifft zwar den Hexenmarkt von La Paz in Bolivien, der jedoch in gewisser Weise mit dem Hexenmarkt in Arequipa identisch ist.http://www.nzz.ch/ein-opfer-zu-ehren-der-pachamama-1.17932251
    Liebe Grüße, Dagmar

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  5. hafenmöwe sagt:

    Liebe Dagmar,
    herrlich ist es, die altvetrauten Bilder von Arequipa zu sehen, den Plaza de Armas, den Plaza San Francisco, Den Markt San Camilo, das Kloster Santa Katalina… alle diese Orte haben sich mir tief eingeprägt und natürlich auch über allem der stets ein bisschen rauchende Vulkan Misti. Ob er immer noch raucht? Oder hat er seit 1995 ddas Rauchen eingestellt. Liiebe Grüße Doris

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    1. Dagmar sagt:

      Liebe Doris, schön wenn die Bilder bei Dir Erinnerungen wachrufen und Dir gefallen. Uns wurde gesagt, dass der Vulkan immer noch raucht. Liebe Grüsse, Dagmar

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  6. Pit sagt:

    Hallo Dagmar,
    ich schliesze mich Anna-Lena und GSHarald an – schreibfaul wie ich bin. 😉
    Hab’s fein,
    Pit

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    1. Dagmar sagt:

      Hallo Pit, alles klar. Ich wenig konnte ich mittlerweile am Design verändern, damit der Text nicht zwischen dit Fotos gerät oder große Lücken entstehen. Ich hoffe es hat geholfen. Liebe Grüße, Dagmar

      Gefällt 1 Person

      1. Pit sagt:

        Hat es, ,liebe Dagmar. Ich denke einmal, jedes Design hat so seine Vor- und Nachteile.
        LG,
        Pit

        Gefällt 1 Person

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