Colca Canyon – Vulkane, Höhenluft und Kondore

Colca Canyon
Colca Canyon

Wer den Nationalvogel Kondor in Peru im Colca Canyon besuchen möchte, der muss früh aufstehen, denn die Vögel steigen früh am Morgen auf, um in den Schluchten des Canyons nach Beute Ausschau zu halten. Da die Fahrt von Arequipa zum Canyon doch recht lang ist, fuhren wir zunächst für eine Nacht zu dem kleinen Ort Chivay, um am nächsten Tag in den malerischen Colca Canyon zu fahren. Nun ging es tatsächlich in die Höhen der Anden. Vorbei an den Vulkanen Chachani und Misti schraubten wir uns auf Serpentinen immer weiter hoch in die Berge. Unterwegs sahen wir große Herden von Vicuñas, Lamas und Alpakas. Das also sind die Tiere, aus deren Wolle so viele Wollprodukte auf den Märkten und in Geschäften angeboten werden. Am teuersten soll die Wolle der Vicuñas  sein.

 

Vincunias, Lamas, Alpacas
Alpaca
Vincunias, Lamas, Alpacas
Vincunias, Lamas, Alpacas
Vincunias, Lamas, Alpacas
Alpacas
Vincunias, Lamas, Alpacas
Vincunias, Lamas, Alpacas
Vincunias, Lamas, Alpacas
Alpacas

Wir hielten an einem kleinen Restaurant  auf ungefähr 4.000 Höhenmetern und bei einigen Mitreisenden machte sich bereits die Höhe mit Übelkeit und Kopfschmerzen bemerkbar. Aus diesem Grund wurde uns Tee mit Cocablättern serviert. Auch probierten wir die Blätter einfach zu kauen. Angeblich ein ausgezeichnetes Mittel gegen „alles“ und insbesondere gegen die Höhenkrankheit.

Tee mit Cocablättern
Tee mit Cocablättern
langsam geht es hoch in die Berge
langsam geht es hoch in die Berge

Auf dem höchsten Punkt dieser Reise, dem  4921 m hohen Pass Patapampa, ließ uns unser Guide auf dem Hinweg nicht aussteigen. Er meinte, dann würden wir mit Sicherheit alle Kopfschmerzen bekommen. Wir schauten also nur aus dem Busfenster und bewunderten die spektakuläre Aussicht auf die Berge und Vulkane. Dann ging es eine steile enge Serpentinenstraße hinab in Richtung Colca Tal. Anfang November ist normalerweise Regenzeit in den Anden, so dass wir mit Regen rechnen mussten. Doch wir hatten auf der gesamten Reise Glück. Es regnete überwiegend nur nachts oder in der Ferne. Doch bei der Abfahrt in den Ort Chivay fuhren wir tatsächlich durch heftige Regen- und Schneeschauer. Winterreifen sind in Peru unbekannt und so hatten wir Glück, dass wir gut in Chivay ankamen.

Marktplatz in Chivay
Marktplatz in Chivay
Chivay
Chivay
Markt in Chivay
Markt in Chivay
Markt in Chivay
Markt in Chivay

Im Ort Chivay (3650 m) selber besuchten wir das Zentrum des Städtchens und nahmen ein entspannendes Bad in den Thermalquellen.  Auf dem traditionellen Markt gab es viele interessante Dinge zu sehen und zu probieren. Ich probierte Lamafleisch, das mir sehr gut schmeckte. Lama und Alpaca werden in Peru und Bolivien gerne gegessen. Vicuña nicht, da es wegen seiner Wolle wohl zu wertvoll zum Essen ist. Interessant war, dass die Verkäuferin die kleinen Teller mit einer Plastiktüte überzog und dann das Essen darauf füllte. So sparte sie die Tellerreinigung, produzierte jedoch gleichzeitig Plastikmüll.

Lamafleischgericht auf Teller mit Plastiküberzug
Lamafleischgericht auf Teller mit Plastiküberzug
Thermalbad mit Kondor
Thermalbad mit Kondor
Bunte Schließfächer im Thermalbad
Bunte Schließfächer im Thermalbad

Am Abend erwischte mich zum ersten Mal dann auch die Höhenkrankheit. Ich hatte rasende Kopfschmerzen und mir war übel. Ich hatte schon Angst, dass ich die Reise würde abbrechen müssen. Doch am nächsten Morgen war alles vorbei. Der Guide meinte, dass sei bei der Akklimatisierung an die Höhe normal. Um weiterer Höhenkrankheit vorzubeugen, kauten wir Cocabonbons, Cocablätter und tranken Tee mit Cocablättern. Ob das wirklich geholfen hat, weiß ich nicht. Ich hatte jedoch auf der gesamten Reise keine weiteren Beschwerden. Cocablätter dürfen in Peru und Bolivien  mit Celloiden als Verstärker legal gekaut werden. Allerdings ist es wohl auch kein Geheimnis, dass aus den  Cocablätter mit Amoniak  Kokain produziert wird. Es gibt unendlich viele arme Menschen, die sich als Drogenkuriere verdingen, um so an Geld zu kommen. Sie verschlucken Kapseln  bis zu einer Menge von einem Kilogramm.  Europa ist der Hauptabnehmer für die Drogen aus Peru, wohingegen  Mexiko die  USA beliefern soll. Die Drogen, die so viel Elend und Verderben bringen, bringen hier in Südamerika einigen Menschen viel Geld ein. Es soll ganze Gegenden geben, in denen die Drogenbarone wie kleine Könige herrschen.

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Chincilla am Straßenrand
Chincilla am Straßenrand

Eigene Wirtschaft gibt es in Peru so gut wie nicht. Alle Gold- und Silberminen und auch die Handelskonzerne sind in ausländischer Hand. So gibt es auch in der Bevölkerung ein großes Gefälle zwischen armen und reichen Menschen. Während die besser Bemittelten ihre Kinder auf teure bewachte Privatschulen schicken, gehen bei den ärmeren Menschen die Kinder trotz offizieller Schulpflicht zumeist auf den Straßen arbeiten.

Colca Canyon
Colca Canyon
Colca Canyon
Colca Canyon
Reifenpanne
Reifenpanne
Reifenpanne
Reifenpanne

 

 

 

 

 

Lamm im Colca Tal
Lamm im Colca Tal

Am nächsten Tag ging es früh los, um den Kondor  am Cruz del Condor fliegen zu sehen. Unsere Fahrt führte uns an  zahlreichen für die Gegend typischen Terrassenfeldern und ursprünglichen Dörfern vorbei. Plötzlich hatten wir eine Reifenpanne. Doch der Fahrer war flink beim Auswechseln des Reifens und so kamen wir noch rechtzeitig zum Aussichtspunkt. Dort waren wir allerdings nicht allein.  Viele Menschen warteten bereits. Doch neben dem tollen Blick in den tiefen und 100 Kilometer langen Canyon konnten wir nun aus nächster Nähe den ‚König der Anden‘, den Kondor beobachten. Unter und über uns zog er  seine Kreise. Auch ohne Tele gelangen mir zum Glück einige Schnappschüsse.  Abgerundet wurde der Aufenthalt im Colcatal durch eine kleine Wanderung entlang des Canyons. Mir gefiel  das Wandern und die wunderschöne Natur um mich herum. Doch die Höhe ist zu spüren. Die Schritte fallen einfach schwerer und auch die Luft ist knapper.

Kondor im Colca Tal
Kondor im Colca Tal
Kondorbeobachtung im Colca Tal
Kondorbeobachtung im Colca Tal
Kondor im Colca Tal
Kondor im Colca Tal
Colca Canyon
Colca Canyon
Kondor im Colca Tal
Kondor im Colca Tal
Kondor im Colca Tal
Kondor im Colca Tal
Kondor im Colca Tal
Kondor im Colca Tal
Kondor im Colca Tal
Kondor im Colca Tal
Colca Tal
Colca Tal
Kinder im Colca Tal
Kinder im Colca Tal
Colca Canyon
Colca Canyon
Colca Canyon
Colca Canyon
Colca Canyon
Colca Canyon

Auf dem Rückweg nach Arequipa halten wir dann doch noch auf dem Patapampa Pass am Mirador de los Volcanes und genießen den fantastischen Ausblick auf die umliegenden 6.000der.

Von Arequipa fliegen wir nach Cusco, einer alten Inkastadt mit vielen historischen Bauten. Und auf mich wartet dort der Inkatrail. Doch darüber schreibe ich das nächste Mal.

Mirador
Mirador
Aussichtspunkt
Aussichtspunkt mit bunten Tüchern
Mirador
Mirador mit Blick auf die Vulkane

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12 Kommentare Gib deinen ab

  1. Linsenfutter sagt:

    Unbeschreiblich schön……

    Gefällt 1 Person

  2. Pit sagt:

    Hallo Dagmar,
    noch habe ich diesen Bericht gar nicht gelesen, aber ich bin dabei, und hoere dazu im Hintergrund Simon & Garfunkel mit „El Condor Pasa“: beides zusammen – Bericht und Lied – ist ein Genuss!
    Hab’s fein,
    Pit

    Gefällt 1 Person

    1. Dagmar sagt:

      Hallo Pit, das ist passend :-). Liebe Grüße, Dagmar

      Gefällt 1 Person

  3. Das waren wieder sehr spannende Einblicke, Dagmar! Landschaftlich und natürlich auch was (Land-)Wirtschaft und Bevölkerung angeht.
    Ein Glück, dass ihr bei der Abfahrt mit Schnee und Regen heil die Serpentinen heruntergekommen seid.
    Es muss schon sehr speziell sein, den Kondor dort im Colca Tal und Canyon fliegen zu sehen! Diese Größe und sein majestätisches Gleiten! Ich habe die Vögel bisher nur im Vogelpark Walsrode gesehen (Andenkondor), erinnere mich gut an die Abmessungen bzw. Flügelspannweite. Das ging ja wohl in Richtung drei Meter!

    So reizvoll das alles aussieht und auch sein muss, ich bin nicht sicher, ob ich diese enormen Höhen bzw. die dünne Luft dort oben vertragen könnte. Oder Berg- und Talfahrten mit ihren abwechselnden Luftverhältnissen. Vielleicht ist ja diese Cocapflanze doch die Lösung, wenn sie in verschiedenster Form verteilt wird, um der Höhenkrankheit vorzubeugen.

    Schöne Fotos von diesem Teil der Tour! Ich freue mich schon auf Cusco und den Inkatrail!

    LG Michèle

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    1. Dagmar sagt:

      Danke liebe Michèle für den Besuch. Mit den riesigen Spannweiten hast Du absolut recht. Wie gerne hätte ich mein Tele dabei gehabe, um schärfere und bessere Fotos zu machen! An den Vogelpark Walsrode erinnere ich mich noch gut aus meiner Kindheit. Verdammt lang ist es her, dass ich dort war. Vielleicht sollte ich einmal auf der Vorbeifahrt den Verwandten des freien Kondor besuchen. Liebe Grüße nach Hamburg, Dagmar

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  4. monisertel sagt:

    Liebe Dagmar,
    beneidenswert, was Du alles erleben und sehen durftest. Danke, dass Du uns mit nimmst. ♥
    Lieben Gruß
    moni

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  5. Dagmar sagt:

    Danke liebe Moni fürs Vorbeischauen. Da gebe ich Dir ohne Widerspruch recht. Liebe Grüße, Dagmar

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  6. Anna-Lena sagt:

    Das muss eine tolle Reise gewesen sein, so viel Kontrastprogramm innerhalb des Landes und eine Vielfalt an Tieren. Danke, dass du uns so fleißig berichtest und mitnimmst.

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

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  7. Dagmar sagt:

    Und Dir Dank fürs Vorbeischauen. Liebe Grüße, Dagmar

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  8. gsharald sagt:

    El Condor Pasa. Eine passende Melodie mit der Panflöte gespielt. Ich glaube man braucht gute Nerven, wenn man auf den Straßen dort unterwegs ist. Serpentinen sind ja nicht so einfach zu fahren. Der Höhenunterschied zwischen hier (115 m) und dort ist schon gewaltig. Ich glaube da wäre die Höhenkrankheit vorprogrammiert. Da kannst Du froh sein, dass Dir die Coca-Blätter geholfen haben.

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  9. Dagmar sagt:

    Lieber Harald, zum Glück war die Reise so aufgebaut, dass wir uns langsam akklimatisieren konnten. Erst Küste und dann langsam immer höher in die Anden. Danke für Deinen Besuch. Liebe Grüße, Dagmar

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