San Pedro de Atacama – eine Oase, Touristen und das Mondtal

San Pedro de Atacama -Mirador de la Cordillera de Sal
San Pedro de Atacama -Mirador de la Cordillera de Sal

Wie ich das letzte Mal berichtet hatte, waren die chilenischen Zollbeamten im Streik. Unserem Guide war die Mitteilung gemacht worden, dass die Grenze nur zwischen 16 und 18.00 Uhr an dem Tag unserer erhofften Einreise geöffnet sein sollte. Wir standen pünktlich um 17.00 Uhr mit dem Bus vor der Zollstation in San Pedro de Atacarma. Doch kein Zöllner war in Sicht und die Grenze schien nicht geöffnet zu sein. Unser Busfahrer erklärte, dass niemand aus dem Bus steigen dürfe, auch wenn einige von uns eigentlich ganz dringend auf die Toilette gemusst hätten. Wir seien nicht eingereist und nur er dürfe die Lage sondieren. Der Busfahrer verschwand in dem leer anmutendem Zollgebäude. Wir warteten geduldig im stickigen warmen Bus auf seine Rückkehr. Nach einiger Zeit kam der Busfahrer dann tatsächlich zurück und erklärte, dass im Moment keine Einreise möglich sei.

Einreise mit kleinen HIndernissen
Einreise mit kleinen Hindernissen

Plötzlich vernahmen wir im Hintergrund Jubelschreie. Dann wieder Stille. Dann irgendwelche Anfeuerungen.  „Chile hat gerade ein wichtiges Fussballspiel gegen Kolumbien“, erklärte der Busfahrer. Daher sei die Zollstation bis zum Spielende geschlossen. Wieder vernahmen wir im Hintergrund Rufe. Die zweite Halbzeit hatte gerade erst begonnen. So geduldeten wir uns und hofften, dass Chile gewinnen würde. Denn damit verbunden war natürlich auch die Hoffnung auf gute Laune der chilenischen Zöllner und einer schnellen  Abfertigung. Wie das Spiel ausgegangen ist, habe ich nie erfahren. Doch nach einer Stunde erschienen tatsächlich einige Zöllner, die uns schnell und zügig abfertigten und uns die erhofften Stempel in den Reisepass stempelten. Ihre Laune war gut und ich vermutete, dass der Spielausgang entsprechend war. Wir waren in Chile!

San Pedro de Atacama - Kirche
San Pedro de Atacama – Kirche

Wir blieben in San Pedro de Atacama bis zum nächsten Nachmittag. San Pedro ist ein kleiner Ort im Norden Chiles und liegt inmitten in der Atacamawüste. Die Atacama ist ca. 23.500 Quadratkilometer groß und gilt als eine der trockensten Landschaft der Erde. Weniger als 6.000 Menschen leben auf dieser großen Fläche. Auch in der Atacama gibt es einen Salzsumpf, den Salar de Atacama.

San Pedro de Atacama
San Pedro de Atacama

Der kleine Ort San Pedro de Atacama ist eigentlich eine Oase und befindet sich am Rand des Salar. Er ist ein sehr beliebtes Ziel für Rucksackreisende und Touristen aus aller Welt. Die Stadt wurde von den Spaniern erbaut. Es gibt einen Plaza de Armas, ein Rathaus und eine Kirche. Ansonsten reihen sich unzählige kleine Bars, Restaurants und Souvenirshops aneinander. Auch einen kleinen Markt mit allerdings überwiegend „Touristenware“ gibt es.  In zwei bis drei Stunden hat der Reisende eigentlich alles gesehen. Dann lohnt es sich, sich in einem kleinem Restaurant niederzulassen und bei einem Kaffee oder Bier dem bunten Treiben auf den Straßen zuzuschauen.

San Pedro de Atacama - Mondtal
San Pedro de Atacama – Mondtal
San Pedro de Atacama - Mondtal
San Pedro de Atacama – Mondtal
San Pedro de Atacama - Mondtal
San Pedro de Atacama – Mondtal

Am nächsten Tag machten wir nach der Stadtbesichtigung einen Ausflug in das nahe gelegene Mondtal (Valle de la Luna). Auch ein Todestal (Valle de la Muerte) gibt es, das ähnlich wie das Mondtal sein soll, für das wir allerdings leider keine Zeit mehr hatten.

San Pedro de Atacama - Mondtal
San Pedro de Atacama – Mondtal
San Pedro de Atacama - Salz
San Pedro de Atacama – Salz

Doch auch das Valle de la Luna, das ca. 20 Kilometer von San Pedro de Atacama entfernt liegt,  war recht sehenswert. Eine Wüstenlandschaft mit bizarren Felsen, die heute ein Nationalreservat ist. Der Name Mondtal rührt daher, dass das gesamte karge Gebiet ohne Pflanzen an die Oberfläche des Mondes erinnern soll. An mehreren Stellen des Valles gibt es auch Salzvorkommen. Dort hat die Witterung Salzformationen gebildet. Einige dieser Formationen erinnern an Figuren. Der Fantasie sind bei der Interpretation der Formationen keine Grenzen gesetzt. Die bekannteste Salzformation ist die der Las Tres Marías ( Die drei Marien).

San Pedro de Atacama - Mondtal - die drei Marien
San Pedro de Atacama – Mondtal – die drei Marien
San Pedro de Atacama - Mondtal
San Pedro de Atacama – Mondtal

Wir waren in der starken Mittagssonne so gut wie allein unterwegs im Tal. Voll soll es hier gegen Abend werden, wenn Einheimische und Touristen auf den Anhöhen den Sonnenuntergang beobachten. Die untergehende Sonne soll die Felsen in ein rötlich schimmerndes Licht tauchen. 

Mirador de la Cordillera de Sal
Mirador de la Cordillera de Sal
San Pedro de Atacama -Mirador de la Cordillera de Sal
San Pedro de Atacama -Mirador de la Cordillera de Sal
San Pedro de Atacama -Mirador de la Cordillera de Sal
San Pedro de Atacama -Mirador de la Cordillera de Sal

Doch solange konnten wir leider nicht bleiben. Wir fuhren noch auf den Mirador de la Cordillera de Sal (Aussichtspunkt auf den Salzgebirgszug), um von dort oben einen letzten Blick über die Atacama zu werfen.

Richtung Santiago de Chile über den Anden
Richtung Santiago de Chile über den Anden

Und dann ging es zum Flughafen, an dem wir uns von unserem Reiseleiter verabschiedeten. Er würde nicht mit nach Santiago de Chile fliegen. Doch wir flogen südwärts über die schneebedeckten Gipfel der Anden und landeten am Abend in Santiago de Chile.

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anna-Lena sagt:

    Was für eine herrliche Reise du hattest, auch wenn sie anstrengend war.
    Ich hatte viele Jahre eine Brieffreundin in Chile und mein Jugendtraum war immer, das Land mal sehen zu können… Es blieb ein Traum, wie so viele andere auch 🙂 .

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

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    1. Dagmar sagt:

      Liebe Anna-Lena, es war wirklich eine herrliche Reise. Von Chile haben wir allerdings nur kurz die Atacama und Santiago de Chile gesehen. Südamerika ist sooo groß und es gibt immer noch etwas zu sehen, was ein Traum bleibt. Ganz liebe Grüße, Dagmar

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  2. monisertel sagt:

    Sachen gibt es, liebe Dagmar,
    da staunt man doch nur, wenn die Weiterreise von einem gewonnenen Spiel abhängt, Unglaublich! 😉
    Guten Wochenstart und liebe Grüße
    moni

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  3. Dagmar sagt:

    Liebe Moni, so etwas war auch für mich Premiere und soll es hoffentlich auch bleiben :-). Liebe Grüße zu Dir, Dagmar

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  4. Pit sagt:

    Hallo Dagmar,
    vielleicht hättet Ihr ja so etwa ein bis zwei Minuten vor Beginn des Fußballspiels eintreffen sollen. Dann wärt Ihr bestimmt ganz einfach durchgewunken worden! 😉
    Hab’s fein,
    Pit

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  5. Dagmar sagt:

    Wer weiß Pi? Andere Länder andere Sitten 🙂

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  6. gsharald sagt:

    Laut Duden umfasst der Begriff „wüst“ folgende Bedeutungen:
    nicht von Menschen bewohnt; ganz verlassen und unbebaut
    höchst unordentlich
    (abwertend) wild, ungezügelt
    (abwertend) rüde, sehr derb; unanständig
    (abwertend) schlimm, furchtbar
    (abwertend) hässlich, abscheulich

    Ich finde gar nicht, dass diese Bezeichnung für die Atacama und andere Wüsten zutrifft. Nach meiner Meinung sind sie wunderschön.

    Einen schönen Abend und liebe Grüße
    Harald

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    1. Dagmar sagt:

      Danke lieber Harald für die schöne „wüste“ Ergänzung.

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